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Arbeitslosigkeit - Widerstand ist nötig!

Protestaktion Wittenberg 06.2017
Datum:
Veröffentlicht: 13.7.17
Von:
Pia Kuner / Christian Sayn

Protestaktion in der Lutherstadt Wittenberg

“Du siehst mich” war das Motto des Evangelischen Kirchentages im Reformationsjahr 2017. Gesehen werden - wahrgenommen werden - war auch das Anliegen der 21 Teilnehmer eines Seminar-Workshops der Arbeitslosenberatungsstellen Bamberg, München, Fürstenfeldbruck, Erbach und Darmstadt in Leipzig.
Protestaktion Wittenberg 06.2017

“Du siehst mich” war das Motto des Evangelischen Kirchentages im Reformationsjahr 2017.

Gesehen werden - wahrgenommen werden - war auch das Anliegen der 21 Teilnehmer eines Seminar-Workshops der Arbeitslosenberatungsstellen Bamberg, München, Fürstenfeldbruck, Erbach und Darmstadt in Leipzig.

Die Teilnehmer befassten sich einerseits mit den Ereignissen der friedlichen Revolution im Jahr 1989 und andererseits mit dem Thesenanschlag Martin Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg vor 500 Jahren.

Das Anliegen, auf die Ungerechtigkeit und Inhumanität der Arbeitslosigkeit in unserer heutigen Gesellschaft hinzuweisen, wurde im historischen Kontext reflektiert. Mit „Luthers Thesenanschlag“ als Vorbild einer Widerstandskultur, sollte vor Ort die Aufmerksamkeit auf den Skandal der Arbeitslosigkeit gelenkt werden. Die Thematik ArbeitFAIRteilen zeigt den Wunsch eine gerechtere Arbeitswelt mit ausreichender Entlohnung zu schaffen, um allen Erwerbstätigen ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Skandal der Arbeitslosigkeit war dann auch das Motto der Protestaktion an der Schlosskirche zu Wittenberg. Um die Solidarität der Gruppenmitglieder zu verdeutlichen und als Gemeinschaft wahrgenommen zu werden, trug man einheitliche T-Shirts mit folgender Verlautbarung:

Protest und Widerstand- 1517 Martin Luther - 1989 Revolutionsstadt Leipzig - 2017 ArbeitFAIRteilen

Ein Kreuz aus rohen Balken wurde zur Schlosskirche getragen und vor der Pforte der Schlosskirche aufgestellt. Das Lied “Go Down Moses” leitet die Aktion ein.

Anschließend wurden die Forderungen von einzelnen Teilnehmern verlesen.

Wir fordern gute Arbeit

  • Jeder Mensch muss von seinem Einkommen leben können
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
  • Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, besonders bei Kindererziehung und Pflege
  • Integrierter Arbeitsmarkt, ein Arbeitsmarkt für alle
  • Lobby für Erwerbslose in Berlin
  • Abschaffung der Sanktionen bei Hartz IV
  • Hartz IV weg, stattdessen Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)

Jede der Forderungen wurde durch den Ruf “Kyrie Eleison” bekräftigt. Danach folgte die Befestigung der Plakate an das Gitter vor der Schlosspforte - symbolisch angeschlagen!

Die Passanten, vor allem Touristen, reagierten neugierig, teilweise verwundert, aber durchweg freundlich.

Dann mischten sich die 21 Aktivisten mit Gebäck unter das Publikum und boten Kekse als sogenannte “Arbeitsplätzchen” an.

Viele der Passanten nahmen das Angebot an und es kam zu interessanten Gesprächen. Den Forderungen wurde zum Teil zugestimmt, manche der Forderungen wurden kritisch hinterfragt.

Wir wurden gesehen und wir wurden wahrgenommen! So die einheitliche Meinung der Teilnehmenden.

Mit der Hoffnung, dass dies nicht nur auf die Menschen vor der Schlosskirche zu Wittenberg zutrifft, sondern dass die Forderungen auch in großem Umfang Gehör und Beachtung finden, beendeten die Aktivisten den friedlichen Protest.

Pia Kuner und Christian Sayn