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Ausbildungsstellenmarkt - Die Bilanz ist ernüchternd

Datum:
Veröffentlicht: 30.11.12
Von:
B. Schnackig, Arbeitslosenberatung Herzogenaurach

Zwar vermittelt die Arbeitsagentur seit mehreren Monaten den Eindruck, dass es auf dem „Ausbildungsmarkt“ keine nennenswerten Probleme gebe. In den Vordergrund rückt sie dabei, dass die Zahl der Ausbildungsmöglichkeiten die Zahl der Bewerber übersteigt.

war vermittelt die Arbeitsagentur seit mehreren Monaten den Eindruck, dass es auf dem „Ausbildungsmarkt“ keine nennenswerten Probleme gebe. In den Vordergrund rückt sie dabei, dass die Zahl der Ausbildungsmöglichkeiten die Zahl der Bewerber übersteigt.

In den Hintergrund treten dabei zwei nach wie vor wichtige Aspekte: Zum ersten gab es in den drei Bezirken der Arbeitsagentur im Bereich der Erzdiözese Bamberg, nämlich Bamberg, Bayreuth und Nürnberg, Ende Oktober 161 Jugendliche, die keine Ausbildungsstelle gefunden haben. Allein im Bereich der Arbeitsagentur Nürnberg waren 100 der dort unvermittelten Bewerber sogenannte Altbewerber, also Jugendliche, die sich mindestens ein Jahr vergeblich um eine Berufsausbildung bemühten; in den Statistiken der Agenturen in Bamberg und Bayreuth wurden entsprechende Angaben nicht gefunden. Zum zweiten reichen die betrieblichen Ausbildungsstellen bei weitem nicht. In Bamberg gibt es im aktuell begonnen Ausbildungsgang 100, in Bayreuth 244 und in Nürnberg 872 außerbetriebliche, also öffentlich getragene Ausbildungsstellen. Was soll man da von dem ständigen Gejammer über den Fachkräftemangel halten? Offensichtlich bilden die Unternehmen die Fachkräfte, die sie angeblich brauchen, bewusst nicht aus. Die Leidtragenden sind die Jugendlichen. Papst Johannes-Paul II hat seine Sicht zu diesem Punkt in Laborem exercens deutlich zum Ausdruck gebracht.

Die Arbeitsfähigkeit, das heißt die Fähigkeit wirksamer Teilnahme am modernen Produktionsprozeß, erfordert eine immer bessere Vorbereitung und vor allem eine entsprechende Ausbildung“.

Papst Johannes Paul II in Laborem Exercens (1981)