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„Bei den Menschen unten sein“

Datum:
Veröffentlicht: 1.9.16
Von:
Manfred Böhm

Ein Nachruf auf Klaus Frank

Wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitnehmerpastoral trauern um unseren Kollegen Klaus Frank. Sein Tod hat uns unerwartet getroffen und er reißt in unser Team eine Lücke.

Klaus arbeitete seit 1988 in der Beratung und der Seelsorge für arbeitslose Menschen in Erlangen. Zunächst war er dem Erzbischöflichen Jugendamt zugeordnet und sein Aufgabengebiet war die damals hohe Jugendarbeitslosigkeit. 1997 wechselte er in die Kath. Arbeitnehmerpastoral, womit sich seine Zuständigkeit auf Arbeitslose jeglichen Alters weitete. Er verstand sich nicht nur als Berater in sozialrechtlichen Fragestellungen. Wichtig war ihm stets auch die seelsorgliche Dimension seiner Aufgabe und -nicht zu vergessen- die gesellschaftliche Lobbyarbeit für alle Abgehängten und Ausgeschlossenen.

Klaus war ein sehr gläubiger Mensch, der gleichwohl mit seiner Überzeugung nicht hausieren gegangen ist. Sein soziales Engagement, das auch vor seinem eigenen Geldbeutel nicht Halt machte, verstand er immer als Ausdruck seines Glaubens. Er wollte bei „den Menschen unten sein“, wie er betonte. Dass er sich im Jahr 1999 zum Diakon hat weihen lassen, ist nur die Konsequenz dieser Überzeugung. Er wollte tatsächlich dienen – und zwar den Armen und Schwachen, so wie er es aus der Bibel heraus verstanden hatte.

In unserem Team war er ein lieber und wertgeschätzter Kollege. Aufgrund seiner unaufgeregten und zurückhaltenden Art war sein Wort gewichtig. Für seine Arbeit hatte er vielfältige Ideen und Visionen, die praktisch anzugehen er sich nie scheute. Er war kreativ, zielstrebig und zäh im Verfolgen seiner Ziele, gerade dann wenn es um die Interessen derer ging, die sich ihm anvertraut hatten. Ihm eignete ein sehr hintergründiger Humor, mit dem er uns so manches Mal erheiterte und zum Nachdenken brachte.

Am 20. August ist Klaus, der sich gerade in den Jahresurlaub verabschiedet hatte, plötzlich aus dem Leben gerissen worden.

Wir werden ihn vermissen und sind sehr dankbar, dass wir ein Stück des Wegs mit ihm gehen konnten.