Beratung wichtiger denn je
Neue Räume für Kontaktstelle für Arbeitslose
Erlangen (cga) – Der Erlanger Dekan Josef Dobeneck hat die neuen Räumlichkeiten der Erlanger Kontaktstelle für Arbeitslose gesegnet. Der Segen möge einen Geist des Rates bewirken, er möge Stärkung, Gerechtigkeit und Solidarität ermöglichen.
Bereits seit Dezember befindet sich nun die Erlanger Kontaktstelle für Arbeitslose in der Reinigerstraße 8. In der Trägerschaft des Erzbistums Bamberg beraten dort zwei Mitarbeiter Menschen, die ihre Arbeit verloren haben oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind.
Arbeit sei für die meisten Menschen nicht nur ein Job, sagte der Leiter der Katholischen Betriebsseelsorger im Erzbistum Bamberg, Dr. Manfred Böhm. „Die Arbeit ist die Quelle der menschlichen Selbstdefinition.“ Für die allermeisten Menschen sei der Verlust des Arbeitsplatzes eine persönliche Katastrophe. Arbeitslose würden sich häufig schämen und sich aus der Gesellschaft zurückziehen. Zwar sei die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen Jahren stets gesunken, dennoch sollte nicht vergessen werden, dass sich hinter jeder Zahl ein Einzelschicksal verberge.
In den vergangenen Jahren habe zudem eine Stigmatisierung von Arbeitslosen sich breit gemacht. Während es früher selbstverständlich gewesen sei, dass das soziale Netz diese Menschen auffange, sei inzwischen das Gegenteil der Fall. Sie müssten beweisen, dass sie Unterstützung benötigen, um nicht in den Generalverdacht zu gelangen „den Sozialstaat auszunutzen“.
Die sieben Arbeitslosenberatungsstellen, die vom Erzbistum Bamberg getragen werden, stehen pro Jahr rund 5000 Hilfesuchenden in Einzelgesprächen mit Rat und Tat zur Seite. Böhm bedankte sich ausdrücklich bei der Bamberger Bistumsleitung für die Unterstützung. Die Beratungsarbeit für Arbeitslose werde überhaupt nicht in Frage gestellt.
Der Erlanger Oberbürgermeister Dr. Florian Janik bedankte sich in seinem Grußwort zunächst für die bereits geleistete Arbeit. In den vergangenen 28 Jahren war die Kontaktstelle im Ulmenweg beheimatet. Er wisse sehr zu schätzen, dass die katholische Kirche hinter dieser Einrichtung stehe. Dies sei in der heutigen Zeit kein Automatismus.
Die Geschäftsstellenleiterin der Erlanger Agentur für Arbeit, Sigrid Katholing umriss in ihrer Ansprache die gewachsenen Anforderungen der Beratung. Vor etlichen Jahren habe das Thema Mobbing kaum auf der Tagesordnung gestanden. „Es ist gut, dass sie den Menschen mit ihrer Arbeit zur Seite stehen“, sagte Katholing.