Betriebsseelsorger für Fernfahrer beim Trucker & Country-Festival in Geiselwind

Fahrbare Kirche für die "Kings"
Kult ist das Country & Trucker-Festival in Geiselwind für tausende begeisterte Fahrer und ihre Fans schon seit Jahrzehnten. Das traditionsreiche Festival umfasste auch dieses Jahr ein umfangreiches Programm, zehn Musikbands sorgten für Stimmung. An diesem Pfingstwochenende war die Katholische Betriebsseelsorge im zehnten Jahr dabei auf dem Autohof Strohofer zwischen Würzburg und Bamberg; wieder mit einem eigenen Truck als Kirche für Fernfahrer. Vier Seelsorger luden mit „Talk am Truck“ zu Gesprächen und Austausch ein. Verteilt wurden die Hörbuch CD „Einparkhilfe für die Seele“ und kleine Holzkreuze. Und jeder durfte seine eigene Christophorus-Medaille für die Armaturentafel prägen. Getragen wurde das Angebot in diesem Jahr von den Betriebsseelsorgern Hans Gilg (Bistum Augsburg), Norbert Jungkunz (Erzbistum Bamberg), Josef Krebs (Bistum Rottenburg Stuttgart) und Hans-Georg Orthlauf-Blooß (Bistum Mainz).
Da ein „Hallo“, dort ein vertrautes „Wie geht es?“. Wenn die Seelsorger über den Platz gehen, kennen sie viele; entweder aus den Vorjahren oder aus den Begegnungsmöglichkeiten, die sie das Jahr über anbieten. Besonders im Erzbistum Bamberg hat die Fernfahrerseelsorge eine lange Tradition. Hier finden regelmäßig Frühschoppen, Stammtisch-Treffen und auch Wochenendveranstaltungen für Fahrer mit ihren Frauen statt. Bei einem Besuch am Fahrerlager der Spedition SFT-Transport, die auch den Kirchentruck kostenlos zur Verfügung stellte, wird Norbert Jungkunz (Coburg) herzlich begrüßt. Eine gewisse Verehrung schwingt deutlich mit! Die kommt auch nicht von ungefähr. Die Seelsorger sind geschätzt, weil sie zuhören und sich für die Belange der Fahrer einsetzen. „Für mich heißt Pfingsten, herauszugehen aus den Kirchen auf die Plätze, um dort mit den Menschen, die eben gerade da sind, zu reden und sie ein Stück ihres Lebensweges zu begleiten“, erläutert er seinen pastoralen Ansatz.
Auch für Josef Krebs (Heilbronn) sind die persönlichen Gespräche Highlights, wenn die Fahrer erzählen, wie sie mit ihrem Leben zurechtkommen. Die physischen und psychischen Belastungen sind hoch, sagt er. Großer Termindruck, ständige Kontrollen und lange Arbeitszeiten sind die Regel. Besonders für die „osteuropäischen Billiglöhner“, die unter sklavenähnlichen Bedingungen auf der Straße seien, stelle sich die Situation verschärfend da. In seinem Dienst an den Fahrern sieht er für sich den biblischen Auftrag „Geht hinaus in die Welt“ erfüllt.
Hans Gilg (Augsburg) erlebt bei den Fahrern besonders deren Sorge um die Familie zu Hause. „Sie würden gerne zu Hause mehr präsent sein, stehen aber in ihrer Freizeit auf Parkplätzen fern der Heimat.“ Auch viele Ehen scheitern durch die lange Abwesenheit, so Gilg. Er stellt heraus, dass das Ansehen der Fahrer in der Gesellschaft nicht hoch sei. Oft würden sie „wie der letzte Dreck behandelt!“ Das macht vielen Fahren ziemlich zu schaffen, ist seine Beobachtung. Deshalb sind solche Festivals so wichtig. Hier sind sie und ihre Fahrzeuge die „Kings“ und werden bewundert. Viele bringen nach Geiselwind die ganze Familie mit. Und mancher Firmenchef finanziert ihnen die Teilnahme an diesem Event und ermöglicht ihnen so die Erfahrung zu einer großen Gemeinschaft zu gehören. Neben der Begegnung steht beim Festival besonders die Bewunderung für die Fahrzeuge im Vordergrund. Truck reiht sich an Truck. Auf dem weiträumigen Autohofgelände stehen etwa 700 Zugmaschinen dicht nebeneinander. Eine schöner als die andere, mit großer Liebe zum Detail, mit sehenswertem Airbrush und gekonnten Umbauten. „Das sind keine Trucks von der Stange“, stellen die Seelsorger fest. Man sieht man die Begeisterung und den Stolz der Fahrer und Besitzer.
Den Abschluss bildete am Pfingstmontag ein berührender ökumenischer Country-Gottesdienst mit dem evangelischen Pfarrer und
„Es ist eine große Hilfe für die Arbeit, dass wir von Sascha Fleischmann, SFT Transporte, Küps und Wolfgang Wagner, Volvo Popp, Ebensfeld durch die Bereitstellung von Zugmaschine und Auflieger für den Kirchentruck der Fernfahrerseelsorge unterstützt werden.“

