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Den „sozialen“ Frieden suchen

Ökumenisches politisches Nachtgebet - 01.2019
Datum:
Veröffentlicht: 21.1.19
Von:
Norbert Jungkunz, Kath. Betriebsseelsorge

Ökumenischen politischen Nachtgebet

Coburg: In einem Psalmwort verbirgt sich eine aktuelle Herausforderung für unsere Tage. Suche den Frieden und jage ihm nach, Psalm 34 Vers 15. Dazu will die Jahreslosung der ökumenischen Aktionsgemeinschaft einladen. Frieden – danach sehnen sich alle Menschen.

Ein gutes Leben für alle, das biblische Programm hinter dem Wort Schalom, Friede, ist eine politische Herausforderung. Das wird beim ökumenischen politischen Nachtgebet in der alt-katholischen Nikolauskapelle deutlich. Denn die Veranstalter spitzen das Psalmwort zu und überlegen gemeinsam mit den Teilnehmern des Nachtgebets Ideen den sozialen Frieden im Land zu suchen. Die Würde jedes Menschen achten, die Arbeit und den Arbeitenden wertschätzen, Mitbestimmung in Betrieben einfordern, Tarifverträge und faire Löhne aushandeln, ein solidarisches, gerechtes und ökologisch förderliches Steuersystem in Deutschland zu schaffen, durch die gleichmäßige progressive Besteuerung aller Einkunftsarten und hoher Vermögen; den Armen eine echte Teilhabe an gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, ökologischer und solidarischer zu wirtschaften über alle Grenzen hinweg, Bildungsgerechtigkeit herstellen und Bildung jedem ermöglichen.

Die Ideen klingen sozialromantisch, doch gründen sie auf der Erfahrung, dass Gesellschaften sich nur dann auf Dauer erhalten können, wenn sie nicht nur manifeste Gewalt von außen und von innen abwenden – also den äußeren und inneren Frieden bewahren können, sondern darüber hinaus einen Zustand zu schaffen vermögen, in dem die Lebenschancen des Menschen nicht extrem ungleich verteilt sind. Den Sozialen Frieden zu schaffen ist vom Sofa aus nicht zu erreichen, das wussten schon die biblischen Psalmbeter. Deshalb fordern sie auf – diesem Ziel des Friedens nachzujagen. „Wer den Frieden sucht, wird den anderen suchen“, heißt es in einem Gedicht des Religionsphilosophen Schalom Ben Chorin. Der soziale Friede ist alleine nicht zu schaffen. Es braucht Menschen in unseren Gemeinden, in der Gesellschaft, in Politik und in der Wirtschaft – lokal und global, die sich dem Ziel Frieden zu schaffen und zu bewahren mit Mut und Hoffnung annehmen und lebendig machen was das Psalmwort der Jahreslosung vorgibt, das ist die Hoffnung, die im Fürbittgebet ausgedrückt wurde.

Auf Einladung der evangelischen und katholischen Betriebsseelsorge, sowie Vertretern der altkatholischen Gemeinde findet das ökumenische politische Nachtgebet jeden zweiten Donnerstag im Monat um 19.00 Uhr in der Nikolauskapelle statt.
Das nächste Nachtgebet ist am 14. Februar 2019.

Ökumenisches politisches Nachtgebet - 01.2019