Die Arbeitnehmerpastoral bei der zweiten sozialen Protestmeile in Erlangen

Am Tag danach titelten die Erlanger Nachrichten „Eine Veranstaltung für die Veranstalter“ -trotzdem gönnte ihr die Zeitung fast eine halbe Seite.

Gemeint war die „2. soziale Protestmeile“ in Erlangen, die nach mehrmonatiger Vorbereitung von Kälteeinbruch, böigem Wind und Schneeregen regelrecht verweht wurde.
Es kamen nur wenige Passanten vorbei. Und die wenigen die kamen hatten nur wenig Lust stehen zu bleiben. Trotzdem brachten die Veranstalter mittels Bühne, Zeitung und einem kleinen Heer an Fotografen aus einem Fotokurs ihre Anliegen an die Adressaten und in die Öffentlichkeit.
Das Aktionsbündnis „Erlanger Ratschlage gegen Sozialabbau“, ein loser Zusammenschluss aus mehr als dreißig Organisationen, stellt vier Forderungen in den Mittelpunkt: Gute Arbeit für alle, Rücknahme der Kürzungen im Sozialbereich, einen öffentlich geförderten 2. Arbeitsmarkt und kostenlose Bildung von der KiTa bis zur Uni. Das bunte Bühnenprogramm mit Musik, Theater, Referat, Interview und Podiumsdiskussion hatte die Adressaten, nämlich Vertreterinnen und Vertreter der örtlichen Politik, von Anfang an als Aktive in das Bühnenprogramm eingebunden. Da Antworten verlangt wurden, mussten sich die Parteien auch mit den Forderungen befassen und konnten sie nicht einfach als nebensächlich übergehen.
Die Arbeitnehmerpastoral beteiligte sich mit einem Infostand und einem „Sklavenmarkt“, einem Theaterstück, bei dem Arbeitnehmer möglichst preisgünstig, und somit unbillig an Arbeitgeber versteigert werden. Zum Mittun lud ein „Glücksrad“ am Stand der Arbeitnehmerpastoral ein. Unter dem Motto: Testen Sie Ihre Chancen am Arbeitsmarkt – Drehen sie am Glücksrad aber drehen sie nicht durch“ gab es Informationen vor allem zu prekären Arbeitsverhältnissen und prekären Lebenslagen sowie als materiellen „Gewinn“ eine kleine Tafel fair gehandelter Schokolade. Fazit: Alles gut, nur das Wetter……..