Ein Festival für die Fernfahrerfamilie
„Für mich ist es das schönste Truckerfestival“ erklärte die Stuttgarterin Josie Ohl vom Magazin „Fernfahrer“. „Hier ist Familie.“ Die „Franken-Strolche“ hatten zum 10. Truck-Festival nach Lichtenfels eingeladen und sensationelle 400 Zugmaschinen aus der Region und aus ganz Deutschland und Österreich waren gekommen. „Eine schöne Gemeinschaft“, begründete Fernfahrer Konrad Nußbaumer aus Österreich seine weite Anreise.
„Habt Respekt vor dieser Leistung“, appellierte Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz. Unsere gesamte Gesellschaft hänge von der Leistung der Fernfahrer ab. Die Speditionen stehen in einem enormen Wettbewerb. „Aushalten müssen diesen Wettbewerb die Menschen.“ Der Druck und die Angst vor Fahrern aus anderen Ländern ist enorm, meinte der Betriebsseelsorger.
Immer öfter weigerten sich TÜV und DEKRA, mit Beleuchtungen ausgestattete Fahrzeuge abzunehmen, wenn diese nicht der Straßenverkehrszulassungsverordnung entsprechen, erklärte Journalist Jan Bergrath („Fernfahrer“). Immer öfter erleben Fernfahrer, dass sie diese abbauen müssen. Es gebe Bemühungen, gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium Lösungen zu erarbeiten. Es werde versucht, die Möglichkeit eines Schalters umzusetzen, der zumindest bei stehenden Trucks eine attraktive Beleuchtung ermöglicht. Das Bundesverkehrsministerium habe schon anerkannt, dass so etwas für viele Fahrer einfach eine große Freude ist, Motivation und Begeisterung.
„Für viele Fahrer bedeutet die Entwicklung Frust“, unterstrich Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz. Es gibt Fernfahrer die es mit der Beleuchtung ihrer Trucks übertreiben. Jedoch wünschten sich alle Fernfahrer Individualität in ihrem Fahrzeug. „Hier fährt nicht irgendeiner, hier fährt ein Mensch“ wollten sie zeigen. Da gehöre ein gewisses Maß auch an individueller Beleuchtung dazu.
Der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich dankte den Frankenstrolchen. Er unterstrich, wie wichtig es ist, dass alle an einem Strang ziehen und gab folgerichtig den Startschuss für den Wettbewerb „Zieh den Strolch“.
Thomas Weser und Matthias Lange waren einst Gründer des Trucker-Treffens, erinnerte Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz. Die harten Männer und Frauen in ihren PS-starken Boliden haben auch ein Herz für kranke Menschen. „Ein Lachen verschenken für Menschen, denen es nicht so gut geht.“ In diesem Jahr werden erneut die Klinik-Clowns Lichtenfels unterstützt. Aus der Überzeugung heraus, dass Lachen wirkt und Heilungsprozesse fördert, wollen sie sich kranken und einsamen Menschen zuwenden und ihnen ein Lachen schenken. Die fröhlichen Visiten machen Abwechslung, Wärme und Zuwendung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen möglich.
„Wie kommt ein verunglückter Fernfahrer aus seinem Führerhaus?“ Die Freiwillige Feuerwehr Lichtenfels und das Lichtenfelser Rote Kreuz zeigten eindrucksvoll, wie diese auch für diese Spezialfälle gerüstet sind. Grundlage ist eine „LKW-Rettungsplattform. Dadurch kommen die Retter gleich auf die richtige Höhe.
Seit 18 Jahren fährt Uwe Zeitler LKW. Ursprünglich komme ich aus dem Raum Schwandorf.“ Jetzt fährt er für die Kulmbacher Firma „Vogler“ bundesweit und nach Tschechien. „Es hat sich viel geändert“, erklärt er zur Entwicklung in seinem Beruf. Gerade auf der Autobahn und auf den Rasthöfen habe sich viel verändert. Auch bei vielen Kunden. Hier in Lichtenfels beim Truckertreffen erlebe er Gemeinschaft. Hier sei noch ein Zusammenhalt spürbar.
„Wir sind Partner bei LKW-Reparaturen in Kronach und Kulmbach“, erklärte Geschäftsführer Franz-Josef Förtsch. „Motor- und Getriebereparaturen, Unfallinstandsetzung – die komplette Palette am LKW.“ Wichtig ist die Nähe bei den Fahrern. „Er ist der entscheidende Mann bei den Speditionen.“
Sichere Reifen sind für den Fahrer von größter Bedeutung, unterstrich Rene Thal von der Firma Michelin. „Wir wollen dass alle wieder gesund nach Hause kommen.“
„Gewerkschaft setzt sich dafür ein, dass sich Arbeitsbedingungen verbessern“, betonte Daniel Nicolovic (Ver.di). „Wir sind ja die Gewerkschaft für alle Dienstleistungen.“ Dies gelinge jedoch nur, wenn durch entsprechend starke Mitgliedschaftsstrukturen genügend Rückhakt vorhanden ist, meinte Ver.di-Gewerkschaftssekretär Thomas Haupt. „Die LKW-Fahrer hätten enorm viel Macht, wenn sie sich wirklich in hohem Maße organisieren würden“, meinte der Gewerkschafter. „Wie wollen unbedingt die Arbeitsbedingungen für die Fernfahrer verbessern.“ Es sei jedoch für die Gewerkschaft ein schwieriger Bereich, kaum gebe es Betriebsräte, wenig Mitbestimmung. Dabei sei die Gewerkschaft ein wichtiger Partner etwa bei Themen wie Arbeitszeit, Zuschläge und vielem mehr. „Wir können als Gewerkschaft nur etwas durchsetzen, wenn wir möglichst viele Mitglieder haben.“
Grundsätzlich fängt Fahrzeugpflege da an dass ich sie möchte, erklärte Sonax-Schulungsleiter Steven Maus. Dies sei wie etwa bei besserer Sicht wichtig auch für die Sicherheit. Wichtig sei es dann Produkte zu wählen die einen langfristigen Erfolg garantieren.
Seit drei Jahren veranstaltet eine Gruppe um die Scheinfelder Forma „Holztransporte und Holzhandel“ von Hansi Schmitt ein Freundschafts-Truckertreffen. Heuer entstand dabei ein Erlös von 1000 Euro. Die Hälfte erhielten beim 10. Truckerfestival der „Frankenstrolche“ in Lichtenfels die Krankenhausclowns der oberfränkischen Korbstadt. Außerdem ersteigerte Hansi Schmitt für 230 Euro zugunsten der Krankenhaus-Clowns einen großen und zwei kleine Michellin-Männchen, zwei von der Zeitschrift „Fernfahrer“ gesponserte Fernfahrer-Liegen und ein Sweatshirt und einen Modell-Truck.
Die große Mehrzahl an Verstößen betrifft nicht die spektakulären Fälle, erläuterten Yvonne Langguth und Alexander Fritsch vom Gewerbeaufsichtsamt. Meistens sei dies das Fehlen der Fahrerkarte, es gehe um über die Lenkzeiten hinausgehende Arbeitszeit. Ihnen ist es wichtig, hier beim Truckertreffen zwanglos mit den Fahrern ins Gespräch zu kommen.
„Der Druck im Gewerbe ist derzeit massiv“, erklärte Jan Bergrath vom Magazin „Fernfahrer“. Die Unternehmen stehen in einem gnadenlosen Wettbewerb. Es gebe einen erheblichen Fahrermangel und dennoch machten die Fahrer alles was von ihnen verlangt wird, stellte er fest. Dies führe dazu, dass die guten Firmen genügend Fahrer haben.
Zur Bildergalerie der Franken-Strolche: http://info34.magix.net/album/alle-alben/!/oa/7485401/mode/matrix/page/1/