Zum Inhalt springen

Erzbischof plädierte für Mindestlöhne

Arbeit ist Menschenrecht
Datum:
Veröffentlicht: 11.10.07
Von:
Obermain-Tagblatt -hvo-

Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose zur Basilika unter dem Motto "Arbeit ist Menschenrecht"

Erzbischof Dr. Ludwig Schick hat sich , anlässlich einer Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose, vom Seubelsdorfer Kreuz zur Wallfahrtsbasilika in Vierzehnheiligen für Mindestlöhne ausgesprochen.

Seit Jahrhunderten ist Vierzehnheiligen ein Ort, zu dem es all die Mühseligen und Beladenen hinzieht. Hier bringen sie ihre Not im Gebet am Altar der Nothelfer zur Sprache und kehren Getröstet und aufgerichtet wieder heim.

Arbeitslosigkeit ein Sakandal
Gerade in der modernen Arbeitswelt haben sich neue Problemkreise entwickelt. Arbeitsplatzabbau und Standortverlegung, Lohnverzicht und Renditesteigerung, mangelnde Anzahl von Ausbildungsplätzen, die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse und der Skandal der Arbeitslosigkeit stellen das Menschenrecht auf Arbeit und den Wert des Menschen selbst in Frage.

Große Herausforderung
Die Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose stand unter dem Motto "Arbeit ist Menschenrecht" und wollte Menschen, deren Leben in irgendeiner Weise durch Erfahrgungen in der modernen Arbeitswelt beeinträchtigt ist, auf den Weg einer Wallfahrt einladen, ihre Sorgen zur Sprache zu bringen und vor Gott hinzutragen. Für immer mehr Menschen in Deutschland bedeutet es tagtäglich eine Herausforderung, ihr Auskommen mit dem Einkommen zu meistern.
An der Vorbereitung waren die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), die katholische Betriebsseelsorge, die ökumenischen Arbeitlosenberatungsstellen sowie dieFranziskaner von Vierzehnheiligen beteiligt. Es mache Mut, dass sich Erzbischof Dr. Ludwig Schick ohne Zögern bereit erklärt hat, den Wallfahrtsweg mit zu gehen und den Wallfahrtsgottesdienst in der Basilika mit den Teilnehmern zu feiern, so Guardian Pater Benedikt.
Erzbischof Dr. Ludwig Schick betete während der Wallfahrt mit den Arbeitern und Arbeitslosen und betonte nach der Wallfahrt am Samstagmorgen während der Eucharistiefeier in der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen, dass derjenige, der sich mit den Begabungen, die er hat, für die Gesellschaft einsetzt, auch von der Gesellschaft den entsprchenden Lohn erhalten muss.

Jeden Menschen achten
Es dürfe nicht sein, dass etwa der Briefbote, die Friseurinnen und Friseuer oder die Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt nicht vom Lohn ihrer Arbeit leben können. Schick begründete sein Dafürhalten mit der Theologie und dem christlichen Menschenbild, denn Gott habe alle Menschen, mit ihren Bestimmungen und Talenten geschaffen.
Die Putzfrau sei genauso zu achten wie der Universitätsprofessor un der Handlanger am Bau ebenso wie der hoch qualifizierte Techniker, meinte der Erzbischof.

Nicht nur Broterwerb
Arbeit sei nicht nur Broterwerb, fuhr der Erzbischof fort, jeder Mensch sei dazu verpflichtet, seine Arbeit zu leisten und jeder sei ein kleines Rädchen in der großen Geschichte der Welt. Daraus folge, dass jeder verpflichtet sei zu arbeiten, weil er gebraucht wird und weil Gott ihn dazu bestimmt hat.
Im Anschluss an die Eucharistiefeier waren alle Teilnehmer zu einem einfachen Mittagessen im Klosterhof von den Franziskanern und den Franziskusschwestern eingeladen. Die musikalische Begleitung während der Wallfahrt gestaltete die "Nothelferkapelle" unter der Leitung von Michael Diller.