Fernfahrerseelsorge beim Trucker Festival in Geiselwind

Geiselwind. Gemeinsam mit den Akteuren der Fernfahrerstammtische waren auch in diesem Jahr beim 35. Trucker und Country Festival am Autohof Strohofer die Betriebsseelsorger aus der Arbeitsgemeinschaft Kirche für Fernfahrer vor Ort. Ob als Gesprächspartner am Stand der Autobahnpolizei Würzburg - Biebelried oder zu Besuch bei den Truckerclubs an ihren Plätzen am Festivalgelände interessierten sich die katholischen Fernfahrerseelsorger für die Sorgen, Nöte aber auch für Spaß und Leidenschaft der Fahrerinnen und Fahrer.
Die Fahrerinnen und Fahrer tragen als letztes Glied in der Logistikkette den Druck aus Verdrängungswettbewerb, Kostendumping und Lieferterminen, der auf der ganzen Branche liegt. Es sind besonders die großen Discounter und die Automotive-Industrie, die mit dem Kostensenkungsdruck, die Speditionen auf die Dumpingspirale zwingt und den fahrenden Menschen unter Druck setzt.
So beklagen die „Lastesel der Nation“ die wachsende Konkurrenz unter den Kolleginnen und Kollegen, die weiter zunehmende Aggressivität auf der Straße, auch von Seiten der PKW Fahrer, die Sorge im Alter, weil die Rente aus den Niedriglöhnen nicht zum Leben reicht. Übermüdung, Zeitdruck und Sekundenschlaf sind nebenbei ständige und gefährliche Begleiter im Alltag auf der Autobahn.
Der Ärger mit dem Disponenten (vor allem der eigenen Firma) wird schon mal weggesteckt, aber die Missachtung an den Laderampen vieler Logistikzentren der großen Handelsketten geht vielen persönlich unter die Haut.
Schwierig ist die Ausbildungssituation in den Betrieben. Berufskraftfahrer werden gesucht. Auszubildende sind schwer zu finden. Wenige bleiben in den Betrieben. Speditionen sind gefordert jungen Menschen die Attraktivität des Berufskraftfahrers nahe zu bringen. Am Truckerfestival leuchtet aber auch die Abenteuerromantik des Fahrens, die Leidenschaft für die Maschinen und Fahrzeuge, die Kreativität in der Ausstattung der Arbeits-und Wohnplätze am LKW auf. Doch im Stolz mit dem der überlassene und gestaltete LKW gezeigt wird, spüren die Seelsorger die Sehnsucht nach der Anerkennung wieder. Es sind Menschen, Frauen und Männer, die das internationale Wirtschaftsleben am Laufen halten, indem sie die Güter transportieren, die täglich in Handel und Industrie gebraucht werden. Ihnen können wir nur mit Dank begegnen, sagen sich die Fernfahrerseelsorger und schenken den Fahrerinnen und Fahrer die „Einparkhilfe für die Seele“, ein Hörbuch mit der frohen Botschaft für unterwegs. Auch das Fernfahrerkreuz ist ein Geschenk an die Menschen unterwegs. Es erinnert den Schutz und Segen Gottes, der den aufregenden Alltag begleitet. „Ein starkes Zeichen“ erwidert ein und bedankt sich fröhlich.