Zum Inhalt springen

Mindestlohn lässt Wünsche offen…

Ökum. politisches Nachtgebet - 12.01.2015
Datum:
Veröffentlicht: 14.1.15
Von:
entschaej

Diskussion zur Einführung des Mindestlohnes beim ökumenischen politischen Nachtgebet

Coburg. Im ökumenischen politischen Nachtgebet am Aktionstag zum Mindestlohn (12.Januar) in der weihnachtlich geschmückten alt-katholischen Nikolauskapelle stellten sich Frank Meixner (KDA) und Mathias Eckardt (DGB Oberfranken) den kritischen Fragen von Eduard Adam (alt-kath. Gemeinde) und Norbert Jungkunz (kath. Betriebsseelsorge). Der Aktionstag des DGB wollte auf Unsicherheit der Arbeitnehmer und ihre Fragen eingehen und informiert über die Info Hotline, die bis zum 31.3.2015 geschaltet ist, so Mathias Eckardt zu den Gottesdienstbesuchern. Er hatte einen erfolgreichen Aktionstag erlebt und war vielen interessierten Menschen begegnet. Ihm ist durchaus bewusst, dass mit dem Mindestlohn von 8,50 € zuerst ein Unterdecke eingezogen worden ist. Der Mindestlohn müsse noch weiterentwickelt werden. Auch nach einem fast 10 jährigen Engagement für den Mindestlohn sei der Weg zu gerechten Löhnen noch weit, sagt der Gewerkschaftsführer. Es war Eduard Adam, der mit der Geschichte zur Entstehung des Mindestlohnes auch an alternative Berechnungen erinnerte und die Problematik der Armutsrenten aufzeigte. Der evangelische Sozialsekretär Frank Meixner kritisierte die Ausnahmen, die Langzeitarbeitslose benachteiligen und warnte davor, dass Arbeitgeber versuchen, den Mindestlohn zu umgehen. Gegen die Lohndrückerei erhebt die Bibel in langer Tradition ihre anklagende Stimme, formuliert der Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz, wenn es im Buch Jesus Sirach zum Beispiel heißt „Kärgliches Brot ist der Lebensunterhalt der Armen; wer es ihnen vorenthält, ist ein Blutsauger. Den Nächsten mordet, wer ihm den Unterhalt nimmt; Blut vergießt, wer dem Arbeiter den Lohn vorenthält.“ Sir 34,24-27) In seinem Impuls erinnert der Betriebsseelsorger daran, dass in der katholischen Soziallehre die Frage nach dem Lohn, der Dreh- und Angelpunkt jeder Sozialethik ist. Eine gerechte Entlohnung für die Arbeit eines Erwachsenen, der Verantwortung für eine Familie trägt, muss dafür ausreichen, eine Familie zu gründen, angemessen zu unterhalten und ihr Fortkommen zu sichern, wie es im päpstlichen Rundschreiben Laborem exercens (1981) formuliert worden ist. Der gesetzliche Mindestlohn bleibt weit hinter dieser Beschreibung zurück. Auch wenn der Mindestlohn viele Wünsche noch offen lässt, ermöglicht er 3900 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Region Coburg ein höheres Einkommen, und damit eine menschenwürdigere Existenz.

Mindestlohnhotline des DGB: http://www.dgb.de/themen/++co++50b21ac4-78c4-11e4-a57f-52540023ef1a

Ökum. politisches Nachtgebet - 12.01.2015
Ökum. politisches Nachtgebet - 12.01.2015