Zum Inhalt springen

Neuen Mut geben

Datum:
Veröffentlicht: 2.6.22
Von:
Brigitte Pich

Eine neue Herausforderung ist es schon, sagt Irmgard Jugel-Herderich. Die Diplom-Sozialpädagogin hat zum April die Leitung der Ökumenischen Arbeitsloseninitiative „Die Insel“ in Scheinfeld übernommen.

Eine neue Herausforderung ist es schon, sagt Irmgard Jugel-Herderich. Die Diplom-Sozialpädagogin hat zum April die Leitung der Ökumenischen Arbeitsloseninitiative „Die Insel“ in Scheinfeld übernommen. Doch meint sie damit „nur“ Strukturen und Netzwerke, die es für sie neu kennenzulernen gilt. „Ansonsten bin ich gut aufgestellt“. Schließlich bringt Irmgard Jugel-Herderich 32 Jahre Erfahrung in der Arbeitslosenberatung mit. Der Wechsel von Bamberg lag der gebürtigen Scheinfelderin schon lange am Herzen, zumal sie mit Mann und Kindern bereits 1995 wieder hierher zog. Seit 1999, nach der Kinderpause, pendelte die Arbeitslosenberaterin nach Bamberg.  Auch wenn es nun gilt, Kontakte zu Beratungsstellen, Mitarbeitern des Jobcenters oder Kirchengemeinden aufzubauen, habe sie vom ersten Tag an Beratungsgespräche geführt. „Dank meiner täglichen Praxis in Bamberg ging das sofort“. Egal ob Bamberg oder Scheinfeld. Für Jugel-Herderich steht immer der Mensch im Mittelpunkt. Mit all seinen Ängsten und Sorgen. „Bei mir können die Menschen über den Druck sprechen, der auf ihnen lastet, sowohl durch die Behörden, als auch durch private Probleme“, betont die Sozialpädagogin. „Ich versuche ihnen wieder Mut zu geben und mein Ziel ist es, dass sie mit einem besseren Gefühl aus der Beratung rausgehen als sie zu mir gekommen sind“. Der seelsorgerische Aspekt ist der Beraterin sehr wichtig. Er soll neben all den anderen Aufgaben in der Insel nicht zu kurz kommen. Die Beratung etwa in rechtlichen Fragen, zu Arbeitslosengeld I und II, über Wohngeld oder Kindergeld und Kindergeldzuschlag. Während in Städten wie Bamberg oder Nürnberg oft an spezialisierte Beratungsstellen verwiesen werden kann, wird in Scheinfeld vieles mit abgedeckt, zum Beispiel wenn es um Mietangelegenheiten geht. „Hier gibt es nicht die Angebote wie in einer Stadt und es ist eventuell schwer zeitnah einen Termin zu bekommen“, weiß Irmgard Jugel-Herderich.  „Manchmal telefoniere ich dann selber mit der entsprechenden Stelle um abzuklären, was zu tun ist, wie man weiterhelfen kann.“ Zum Beispiel mit der Verbraucherberatung. Ratsuchende erhalten auch Hilfe in „Der Insel“, wenn es darum geht Anträge auszufüllen, Bescheide zu verstehen oder dagegen Widerspruch einzulegen und natürlich bei Bewerbungen. „Wir haben hier ein eigenes Bewerbungsbüro mit PC, Internet, Telefon, Drucker, Kopierer und Fax“. Arbeitssuchende können hier selbstständig Stellen suchen, Zeugnisse kopieren und Bewerbungen schreiben. Wenn sie möchten, erhalten sie dabei natürlich Unterstützung.  Nicht nur Menschen ohne Arbeit suchen Rat bei Irmgard Jugel-Herderich. Auch solche, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder geringfügig beschäftigt und aufstocken müssen, also Leistungen vom Jobcenter beziehen. „Sie kommen, weil sie nicht damit zurecht kommen, den Antrag auszufüllen, weil die Bescheide unverständlich sind oder weil sie wissen wollen, ob die Leistungen richtig berechnet wurden“. Da ist es manchmal hilfreich von oben auf die Situation zu schauen und alle Aspekte im Blick zu haben. Betroffenen seien nicht immer alle Zusammenhänge klar. Etwa, wenn die Mutter geringere Leistungen erhalte, weil nun das Einkommen des Sohnes anteilig auf die Miete angerechnet wird.  Mit den Corona-Lockerungen steig nun wieder die Zahl offener Stellen und der Druck der Jobcenter und somit der Beratungsbedarf. „Wir kommen langsam wieder in die Normalität“, sagt Irmgard Jugel-Herderich. Veranstaltungen der Insel sind bislang aber keine geplant. „Vielleicht im Herbst. Und gerne wieder eine Weihnachtsfeier.“

 „erschienen im Heinrichsblatt, Ausgabe 22, 29. Mai 2022“