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Ökumenische Arbeitslosenberatung „Die Idee“

Idee, 12.2022
Datum:
Veröffentlicht: 18.12.22
Von:
Banjamin Kemmer, HB Nr. 50

„Menschen sollen sich wertgeschätzt fühlen“

Bamberg – Das neue Bürgergeld wurde gerade erst endgültig beschlossen. Die neuen Regelungen sind selbst für eingefleischte Kenner des Arbeitslosenrechts schwer zu verstehen. Noch undurchdringlicher wird es da für die Arbeitslosen selbst. Während sie bei der Arbeitsagentur dann meist auch nur eine Zahl sind, werden sie bei der ökumenischen Arbeitslosenberatung „Die Idee“ in Bamberg besser aufgenommen.

„Wir sind für Menschen da, die arbeitslos oder von der Arbeitslosigkeit bedroht sind“, erklärt Rebekka Jundt, die erst seit September an Bord der Arbeitslosenberatung ist. Bereits bei ihrer letzten Arbeitsstelle hatte sie in Forchheim mit arbeitslosen Jugendlichen zusammengearbeitet und so auch „Die Idee“ kennengelernt. Damals war sie mit einem ihrer Schützlinge bei Petra Zehe zum Termin und war begeistert. „Hier nimmt man sich Zeit für Fragen. Alle, die kommen, können sich wertgeschätzt fühlen.“

Petra Zehe ist schon von Beginn an bei der ökumenischen Arbeitslosenberatung, die von der evangelisch-lutherischen Gesamtkirchengemeinde Bamberg und der katholischen Betriebsseelsorge der Erzdiözese getragen wird. Seit 1995 kümmert man sich hier um alle Fragen und Anliegen, die im Jobcenter nicht beantwortet werden. „Wir räumen jedem unserer Klienten erst einmal eine Stunde ein, hören uns die Sorgen an, versuchen Lösungen zu finden. Das ist mehr, als die Behörden leisten können“, so Zehe.

Ein weiter großer Unterschied ist, dass Zehe und Jundt unabhängig beraten. „Wir haben keinen gesetzlichen Auftrag, müssen keine Quoten erfüllen“, erklärt Petra Zehe, fügt aber gleichzeitig mit an „wir sind keine Jobvermittler“. Dennoch geht den beiden Beraterinnen die Arbeit nicht so schnell aus. Aktuell stemmen sie bis zu 90 Beratungen pro Monat. Hinzu kommen Veranstaltungen wie Plätzchenbacken, Wanderungen oder auch mal ein Konzertbesuch bei den Bamberger Symphonikern. „Wir wollen, dass auch die Arbeitslosen am sozialen Leben teilhaben können. Viele hätten so gar nicht das Geld dazu“, so Zehe.

Doch das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Beratung. „Es gibt so viele Möglichkeiten, die die meisten nicht ausschöpfen, weil sie sie schlicht nicht kennen“, sagt Rebekka Jundt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen gibt es im Rahmen des Bildungspakets beispielsweise Unterstützung bei der Finanzierung von Nachhilfe und Klassenfahrten. Auch wenn das Warmwasser dezentral erzeugt wird, gibt es einen Mehrbedarf, wodurch mehr Kosten der Unterkunft gezahlt werden. „Das sind oft nur Nuancen, aber die können schon viel ausmachen.“

Auch bei Bewerbungsschreiben und Anträgen helfen Zehe und Jundt. Und es kommt immer wieder vor, dass sie Fehler der Ämter zugunsten ihrer Klienten ausbessern. „Meist geht das auf dem kleinen Dienstweg. So sparen sich die Arbeitslosen lange Wartezeiten“, erklärt Petra Zehe.

Den beiden ist klar, dass im neuen Jahr der Ansturm auf „Die Idee“ noch größer wird. Denn mit dem neuen Bürgergeld, kommen neue Regelungen, neue Fragen und auch neue Möglichkeiten, Fehler zu machen. „Auch wir müssen uns hier weiterbilden“, sagt Zehe. Aber jetzt sei schon klar, dass viele neue Regelungen nur für neue Arbeitslose gelten. „Das kann man den Menschen kaum erklären“, so Zehe. „Fair ist es nicht.“

Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch, 9 bis 12 Uhr, Dienstag, 13 bis 15 Uhr
Kontakt: 09 51 / 20 28 70, die-idee@arbeitnehmerpastoral-bamberg,de
Spenden: DE87750903000009010149, GENODEF1M05
Verwendungszweck „Die Idee, Arbeitslosenberatung Bamberg“