Viele Informationen und ein trauriger Abschied

Betriebsrätetreffen
Rechtsanwalt Stephan Sartoris (DGB Rechtsschutz GmbH) sprach bei der Betriebsräterunde der Arbeitnehmerpastoral der Erzdiözese im Bistumshaus St. Otto über aktuelle Entwicklungen im Arbeitsrecht. So gebe es jetzt eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), dass bei längerer Krankheit die Urlaubstage nicht verfallen. Arbeitnehmer, die länger arbeitsunfähig erkrankt sind, behalten ihren Urlaubsanspruch auch über das Kalenderjahr hinaus. Außerdem informierte er über Neuerungen beim Thema Zeiterfassung. Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz, der das Treffen für Personal- und Betriebsräte leitete, berichtete, dass auch umfangreiche Informationen auf der Homepage der Betriebsseelsorge zu finden sind.
Weniger erfreulich war, dass vier Betriebsräte des geschlossenen Michelin-Werkes in Hallstadt aus der Runde verabschiedet werden mussten. Der ehemalige Michelin-Betriebsratsvorsitzende Helmut Weggel ließ die Ereignisse noch mal Revue passieren. Trotz eines bis 2022 gültigen Tarifvertrages mit Standortgarantie habe die Konzernleitung 2019 beschlossen, das hiesige Werk zu schließen. Viele seien bis April voll bezahlt freigestellt worden. Dann seien sie in einer Transfergesellschaft beschäftigt worden. Bis heute seien für die bleibenden Angestellten weiter Löhne gezahlt worden.
Ein weiterer Rat betonte, es habe sich gezeigt, dass die Betriebsseelsorge ein Partner sei, bei dem man sich Hilfe holen kann. Dr. Manfred Böhm, Leiter der erzbischöflichen Betriebsseelsorge, erklärte, die Tatsache, dass die Konzernleitung gezeigt habe, dass ihr der Tarifvertrag egal ist, sei ein Grund gewesen zu kämpfen. Es seien gute Aktionen gestartet worden, aber leider gebe es nun dennoch kein Michelin mehr in Bamberg – „eigentlich undenkbar“. Zum Abschied erhielten die vier Räte jeweils einen Betriebsseelsorge-Kalender 2023 mit dem Titel „Der Wert meiner Arbeit“.
