Betriebsrat aus christlicher Verantwortung

Kann die Frohe Botschaft Jesu Motivation für Betriebsräte sein, fragten sich die Veranstalter des ökumenischen politischen Nachtgebetes. Sie wollten, dass sich Betriebsräte in der Antrittsrede Jesu, die dem Propheten Jesaja entliehen ist, in ihrem täglichen Auftrag wiederfinden, sich bestätigt und ermutigt fühlen. Die Betriebsratswahlen, die zurzeit in der Republik und in Coburger Betrieben stattfinden, gaben den Anlass zu dem Gottesdienst in der österlich geschmückten Nikolauskirche in Coburg. Repressalien gegen Beschäftigte, die Mitbestimmung wollen und gegen Betriebsräte häufen sich. Der Druck auf die Betriebsräte steigt. Besonders Christen und Christinnen sind aufgerufen in der Arbeitswelt verantwortlich zu handeln und sich für Recht und Würde des Menschen einzusetzen. Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz moderierte die Diskussion unter den anwesenden Betriebsräten. DGB Regionsvorsitzender für Oberfranken West Mathias Eckardt (Bild), selbst jahrelang Betriebsrat, machte deutlich, dass ohne eine Vision von guter Arbeit und Gerechtigkeit in der Gesellschaft, Betriebsratsarbeit nur schwer auszuhalten sei. Die Stärkung der eigenen Kompetenz, die Bereitschaft zu Schulungen zu gehen und auf Bündnispartner zu zu gehen, tragen zu einer gelingenden Betriebsratsarbeit bei. Betriebsräte sind politische Menschen. Frank Meixner von der evangelischen Betriebsseelsorge (KDA) hob hervor, dass es oft Betriebsräte seien, die Dank ihres Durchblicks Widerstand organisieren und den Betriebsblinden, die mit Entlassungen abenteuerliche Gewinnerwartungen erzielen wollen, die Augen öffnen. Sie bilden das soziale Gewissen im Betrieb. Christl Grünberg, Vorstand der altkatholischen Gemeinde Coburg, sprach den Betriebsräten Mut zu, denn schließlich hätten sie eine gute Nachricht besonders für jene die arm dran sind in der Arbeitswelt, wenn sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten über Gesetze und Tarife wachen, wenn sie Sorge tragen für gerechten Lohn, für humane Arbeitsbedingungen und Beschäftigungssicherung. Ein Kriterium für gute Arbeit ist die Mitbestimmung. Statt Mutlosigkeit und Ohnmacht die unter vielen Belegschaften herrscht, wünschten sich die Betriebsräte, dass Belegschaften ihr Recht einfordern und Betriebsräte gründen. Die DGB Gewerkschaften helfen die Wahlen auf den Weg zu bringen. Die Besinnung auf die Reich Gottes Botschaft und das Handeln des Jesus von Nazareth kann Impulse für unsere Arbeitswelt geben, die in das Fürbittgebet zum Schluss der Abendandacht aufgenommen wurden. Interessenten an einer Betriebsratswahl wenden sich an: Kath. Betriebsseelsorge Bamberg 0951 /9169152 oder DGB Oberfranken West 0951/20 80 066.